Mistico Mediterraneo

Mistico Mediterraneo1 – Rex tremendae (übersetzt)
Jean-Claude Acquaviva

2 – Liberata (übersetzt)
Jean-Claude Acquaviva

3 – Da tè à mè (übersetzt)
Jean-Michel Giannelli/Petru Santucci

4 – Le lac
Bruno Coulais

5 – Dies irae (übersetzt)
Jean-Michel Giannelli

6 – Gloria (übersetzt)
Bruno Coulais

7 – Corale
Daniele di Bonaventura

8 – La folie du Cardinal (übersetzt)
Bruno Coulais

9– U sipolcru (übersetzt)
Jean-Claude Acquaviva

10 – Scherzi veranili (übersetzt)
Jean-Michel Giannelli/ Petru Santucci

11 – Figliolu d’ella (übersetzt)
Jean-Claude Acquaviva

12 – Gradualis (übersetzt)
Daniele di Bonaventura/Jean-Claude Acquaviva

13 – Sanctus
Daniele di Bonaventura


1 Rex Tremendae

Rex tremendae majestatis
Qui salvandos salvas gratis
Salva me, fons pietatis

Recordare, Jesu pie,
Quod sum causa tuae viae,
Ne me perdas illa die.

1 Rex Tremendae

Herr, dessen Allmacht Schrecken erzeugt
Der sich fromm den Frommen neigt
Rette mich, Quell der Gnade

Bedenke, milder Jesus
Dass du auch meinetwegen kamst
Lass mich nicht zugrunde gehen

2 Liberata

Alba in le corte nielle
A’ l’orlu di l’esistenza frusta
Spire a parolla ghjusta
Sott’ à una coltra di centu stelle

In la notte imbariata
Ci funu l’omi à viaghjà
L’assaltu era di sperà
E’ scuppiò cum’è una cantata

Antone, Ghjuvanni, Paulu Sà
Numucci chì vinite à gallu
A vostra vita fù rigalu
Fattu ancu à quellu ch’ùn la sà

Machje, cità, doli, surrisi
L’anni sò corsi in lu campà
Ma una pagina si stà
Aparta annant’à i vostri visi.

2 Befreit

Morgenrot in düsteren Höfen
Am Rande der verbrauchten Existenz
Flüstere das richtige Wort
Unter einem Zelt mit hundert Sternen.

In der finsteren Nacht
Waren Männer unterwegs
Der Angriff, voller Hoffnung
Brach los wie ein Gesang

Antoine, Jean, Paul-Toussaint
geliebte Namen, die wir niemals vergessen
Euer Leben wurde verschenkt
Auch an die, die nichts davon wissen

Maquis, Städte, Trauer, Lächeln
Die Jahre sind dahingegangen
Doch eine Seite bleibt aufgeschlagen
Für immer auf euren Gesichtern

3 Da tè à mè

Da tè à mè un mondu novu
S’hè affaccatu senza prevene
Ghjuntu cusì à core lene
Al menu ch’ò un l’achjimu trovu
A’forza di schisgià l’avvene

Da mè à tè ne simu à cri
E’negu l’oghje pè dumane
Campu à secreti di ballane
A’pass’è veni è vulè interi
Sempre à parlate paisane

Da tè à mè ci hè l’orizonte
Scalu di grisgiu è di turchinu
Natu cusì in celumarinu
Al menu ch’ell’ùn sia Ponte
Chì cavalcheghji u mio destinu

3 Zwischen dir und mir

Zwischen dir und mir, ganz unvermittelt
Ist eine neue Welt entstanden
Sie war einfach da, entspannt  Ohne Vorwarnung und Spannung
Wir haben sie nicht heraufbeschworen
Damit beschäftigt, der Zukunft auszuweichen

Zwischen dir und mir ist es wie gestern
Ich ignoriere ein Morgen wie heute
Ich lebe mit dem Rhythmus der Wellen
Mit ihrem steten Kommen und Gehen
Zum Klang der Sprache des Landes

Zwischen dir und mir liegt der Horizont
Wie eine Mole in grau und blau
Entstanden aus Himmel und Meer
Wenn sie nicht Brücke ist
Die mein Schicksal überspannt

5 Dies Irae

Dies Irae, dies illa
Solvet saeclum in favilla
Teste David cum Sibylla.

Quantus tremor est futurus,
Quando judex est venturus,
Cuncta stricte discussurus !

5 Der Tag des Zornes

Der Tag des Zornes, an diesem Tage
Wird nach Davids und Sibyllas Sage
In Schutt und Asche versinken die Welt

Welcher Schrecken wird entstehen
Wenn wir den Richter kommen sehen
Der Gericht über unser Leben hält!

6 Gloria

Gloria in excelsis Deo
Er in terra pax hominibus bonae
voluntatis

Domine Deus, Agnus Dei,
Filius Patris, qui tollis peccata mundi,
miserere nobis.

Jesu Christe
Cum Sancto Spiritu
in gloria Dei Patris. Amen.

6 Gloria

Ehre sei Gott in der Höhe
Und Friede auf Erden
Den Menschen, die guten Willens sind

Herr und Gott, Lamm Gottes
Sohn des Vaters,
Der du hinweg nimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser

Jesus Christus
Mit dem Heiligen Geist
In der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen.

8 La folie du Cardinal

exorcizo te, omnis spiritus immonde
in nomine dei.
Vade retro, santana

Alelluia, Dominus, dixit ad me filius

8 Der Wahnsinn des Kardinals

Welch unreiner Geist du auch bist, ich treibe dich aus
Im Namen Gottes
Weiche, Satan

Halleluja, spricht der Herr, du bist mein Sohn.

9 U Sipolcru

Hè bellu cà ghjuntu à fine
U libru di e scritture
È u mondu s’addurmente
In e pessime friture
Ci ere tù, omu sperava
Dì o Diu dì mi la strada

T’anu allucatu in a tomba
Ch’è tu possi arripusà
Ma un pintone ci impedisce
D’esse vicini à vighjà
Pè pienghje lu to suspiru
Pè chere u to perdunà

Ùn credu chì Pediniella
Sia forte quant’è tè
Tù chì cummandi à lu ghjustu
U puvarellu è u rè
Ma to luce più n’ùn vecu
Sò orfagnu è mi n’avveccu.

9 Das Grab

So endet nun
Das Buch der Schriften
Und die Welt fällt in Schlaf
In der eisigen Kälte
Du warst unsere Hoffnung
Oh mein Gott, zeige mir den Weg

Sie legten dich ins Grab
Damit du Ruhe findest
Doch ein Felsblock war uns im Weg
Um in deiner Nähe zu wachen
Um deinen letzten Atemzug zu beklagen
Um dich um Verzeihung zu bitten

Ich glaube nicht, dass Gevatter Tod
So stark sein wird wie du
Du regierst die Gerechtigkeit
Den Bettler und den König
Doch ich sehe dein Licht nicht mehr
Und spüre, dass ich verwaist bin

10 Scherzi veranili

Veranu s’avvicina
cù a so spiscina
di rinnovi
si scioglienu i penseri
à l’orli di l’addisperi
ritrovi

Frizineghja a virdura
accampata è intimurita
allora chì nù a pianura
pecurella incuragita
aspetta à lana sicura
a furbiccia rughjinita

Nivone scalzu viaghja
nant’à e cime sculurite
u cantu di a lamaghja
aguatta tante ferite
fruttu di fede tascaghja
è di mani incuginite

Veranu s’intasta
cù a so catasta
di pazzia
è voganu i filari
in l’andati dolci amari
di Puesia

10 Frühlingsgefühle

Der Frühling naht
mit seinen Kaskaden
von Neuerungen
die viele Sorgen auslösen
am Rande der Verzweiflung
die sich wieder einstellt

Zitternd zögert die Pflanzenwelt
entdeckt und eingeschüchtert
während auf den Weiden
die Schafe immer mutiger werden
mit ihrer Wolle, stolz erwartend
die rostige Schere der Schur

Der alte Schnee läuft barfuss
über die fahlen Bergspitzen
in den Ecken, Unkraut und Dornen
wuchernd über viele Wunden
an abgearbeiteten Händen
und einer verlassenen Erde

Der Frühling bleibt eigensinnig,
in seinem Überfluss
an Sinnlosigkeit
und die Verse segeln fort
auf den bittersüßen Spuren
der Poesie

11 Figliolu d’ella

Figliolu d’ella
Sì figliolu di meiu
Stampu di dicca ch’o infattai
Vindimiendu l’oriente infucialatu
O tempu beatu

Figliolu d’ella
Sì figliolu di meiu
In le bracce di ogni vuciata
In l’ochji d’ogni aspittera
O tempu di macera

Figliolu d’ella
Sì figliolu di meiu
Ragiu tepidognu inciartatu
Frà l’arrivinte di u sole
O tempu di fole

Figliolu d’ella
Sì figliolu di meiu
Quand’ellu scaglia marzu
In boccamanzuli d’erbavinca
O tempu chì trinca

11 Ihr Sohn

Als ihr Sohn
Bist du auch mein Sohn
Geprägt vom Glück, dass ich gefunden
Im Osten deines Halses
O gesegnete Zeit

Als ihr Sohn
Bist du auch mein Sohn
In den Armen einer jeden Stimme
In den Augen einer jeden Erwartung
O Zeit der Tränen

Als ihr Sohn
Bist du auch mein Sohn
Wie ein milder Strahl, getroffen
Unter dem Kommen und Gehen der Sonne
O Zeit der Märchen

Als ihr Sohn
Bist du auch mein Sohn
Wenn der März hereinbricht
In den gähnenden Mund von Immergrün
O Zeit, die sich verliert

12 Gradualis

Si hè svinutu dicembre
Lachendu mi vagabondu
E’la mio pena s’hè mondu…

12 Gradualis

Der Dezember ist verblutet
mich als Wanderer zurücklassend
mit der Welt als Last…