Pè a scusa

Pè a scusa1 – Liberata (übersetzt)
Liberata ist ein Film von Philippe Carrese, die Handlung spielt auf Korsika und hat das Verhältnis von Korsen und italienischen Besatzern im Zweiten Weltkrieg zum Thema. Dies ist die originale Version mit Klavier und Gesang. In dem Album Bracanà ist die polyphone Version der Nummer zu finden.

2 – Fiure (übersetzt)
Fiure ist aus dem 1994 erschienenen Album Una tarra ci hè.

3- A’ Sergiu (übersetzt)
Diese Nummer wurde von Michel Frassati im Gedenken an Serge Martinelli geschrieben. Er starb bei der Bekämpfung eines Brandes in der Balagne. Michel war der Lehrer von Serge.

4- Tango dell’assenza
Ein Liebeslied, geschrieben von der sardische Sängerin Franca Masu, mit Musik von Daniele di Bonaventura.

5- Ma dì ciò ch’è tù voli (übersetzt)
Diese Nummer ist aus dem Album In l’abbriu di e stagione von 1987.

6- Cun tè (übersetzt)
Diese Nummer findet sich auf dem Album Cun tè von 1984.

7- Mare eternu (übersetzt)
Diese Nummer ist aus dem Album In l’abbriu di e stagione.

8- Lisboa, noite triste (übersetzt)
Diese Nummer hat der Komponist und Sänger Jorge Fernando aus Lissabon geschrieben und komponiert.

Die Stimmen von A Filetta und :
Liberata : Piano : Raoul Duflot-Verez
Fiure, A’ Sergiu, Ma dì ciò ch’è tù voli, Cun tè, Mare eternu : Gitarre : Jean-Claude Acquaviva
Tango dell’assenza : Bandoneon : Daniele di Bonaventura
Lisboa, noite triste : Gitarre : Jorge Fernando

Ende 2012 erschien die CD Pè a scusa neu. 2009 war diese CD zusammen mit der DVD Trent’anni pocu, trent’anni assai herausgebracht worden.


1 Liberata

Alba in le corte nielle
A’ l’orlu di l’esistenza frusta
Spire a parolla ghjusta
Sott’ à una coltra di centu stelle

In la notte imbariata
Ci funu l’omi à viaghjà
L’assaltu era di sperà
E’ scuppiò cum’è una cantata

Antone, Ghjuvanni, Paulu Sà
Numucci chì vinite à gallu
A vostra vita fù rigalu
Fattu ancu à quellu ch’ùn la sà

Machje, cità, doli, surrisi
L’anni sò corsi in lu campà
Ma una pagina si stà
Aparta annant’à i vostri visi.

1 Befreit

Morgenrot in düsteren Höfen
Am Rande der verbrauchten Existenz
Flüstere das richtige Wort
Unter einem Zelt mit hundert Sternen

In der finsteren Nacht
Waren Männer unterwegs
Der Angriff, voller Hoffnung
Brach los wie ein Gesang

Antoine, Jean, Paul-Toussaint
geliebte Namen, die wir niemals vergessen
Euer Leben wurde verschenkt
Auch an die, die nichts davon wissen

Maquis, Städte, Trauer, Lächeln
Die Jahre sind dahingegangen
Doch eine Seite bleibt aufgeschlagen
Für immer auf euren Gesichtern

2 Fiure

Un vascellu tontu
E’ un marosulu mossu
Cum’è tela slibrata
À un sguardu chì conta
U stampu di una smossa,

Ed eiu à mezu à quessi
Urfagnu di memoria
Calpighjatu in l’andà
Di li ghjorni prumessi
Mare di l’anticoriu,

Un cunvugliu umanu
Persu in lu so rambusciu
Mez’à e cose finite
Mez’à e bughje vite
Passu di ultimu usciu,

E’ u tempu s’hè ammansatu
Adossu à i mio passi
Cum’è a neve in foce
Quandu mancu una voce
Più n’ùn vole sgabbiassi,

Un vascellu tontu
Marosulu di miseria
Imagina di un’alba
Mentre a mio carne calda
N’ùn ghjetta chè materia.

2 Bilder

Ein treibendes Schiff
und eine heftige See
einem entfalteten Segel gleich
vor einem Blick, der vermittelt
den Eindruck von Aufruhr

Und ich, verloren mittendrin
vom Gedächtnis verlassen
mit Füßen getreten im Strudel
der Tage voller Verheißung
ein Meer, das Übelkeit erregt

Ein Konvoi von Menschen
orientierungslos und angewidert
inmitten erledigter Dinge
inmitten des Lebens Dunkel
der Schritt über die letzte Schwelle

Und die Zeit, die sich gestapelt hat
im Gepäck auf meinem Weg
wie Schnee auf den Gipfeln
wenn selbst Worte sich verlieren
und sich in uns verschließen

Ein treibendes Schiff
auf der Welle des Elends
Ahnung eines neuen Morgens
während mein heißer Körper
nur noch Eiter ausscheidet

3 A’ Sergiu

Tù sì natu campagnolu
sbucciatu in la cuccagna
di l’alivi di Balagna
ùn lu senti u paisolu
chì ti pienghje è chì  si lagna
figliulellu di Balagna

Tù currii per e strette
eranu l’ore sebiate
mezu à rise è ciarlate
Tù battii e cullette
Di vaghjime inargintate
cusì care e to cuntrate

ripigliu:
Da u pinzu à a vela u ventu
furiosu è scatinatu
manda via issu lamentu
lamentu di u disgraziatu
in u frombu di u spaventu
da l’umanu stantaratu

Tù sì andatu à a scola
di corsa per a stradella
à latu di to surella
per i chjassi di a scola
erate una manatella
per beie à a funtanella

tù ch’ai scupartu un ghjornu
l’amicizia a più cara
è i canti d’una tarra
tù ch’ai capitu un ghjornu
i culori d’una sarra
è l’adori d’una tarra

ripigliu:
Da u pinzu à a vela u ventu
furiosu è scatinatu
manda via issu lamentu
lamentu di u disgraziatu
in u frombu di u spaventu
da l’umanu stantaratu

Tu ch’ai vulsutu dà
à i toii u t’ardore
E’ po tant’è tantu amore
Tù ch’ai vulsutu dà
Suminatu avii un fiore
ma hè granatu u dulore

3 Für Sergiu

Du bist auf dem Lande geboren
groß geworden im Garten Eden
mit den Oliven der Balagne.
Hörst du nicht, wie dein Dorf dich ruft
wie es weint und um dich trauert
du Kind der Balagne?

Du liefst durch Straßen und Gassen
glückselig waren die Zeiten
mit viel Lachen und Schwatzen.
Du zogst durch die Hügel
wenn der Herbst sie silbern färbte
und dein Land war dir so lieb.

Refrain:
Vom Bergesgipfel bis zum Segel
trägt der Wind ohne jegliche Zügel
dieses Lamentu in die Ferne.
Die Klage eines Unglücklichen
die im Getöse des Schreckens
durch den Menschen versteinert wird.

Du gingst hier zur Schule
ranntest über Stock und Stein
an der Seite deiner Schwester.
Auf diesem Weg zur Schule
wart ihr eine Handvoll Kinder
die am Brunnen tranken.

Du entdecktest eines Tages
den hohen Wert der Freundschaft
und den Gesang eines Landes.
Du erkanntest eines Tages
die Farbenpracht eines Gebirges
und den Wohlgeruch einer Erde

Refrain:
Vom Bergesgipfel bis zum Segel
trägt der Wind ohne jegliche Zügel
dieses Lamentu in die Ferne.
Die Klage eines Unglücklichen
die im Getöse des Schreckens
durch den Menschen versteinert wird.

Und du wolltest weitergeben
deine Leidenschaft den Deinen
und noch so viel Liebe dazu.
Du wolltest sie verschenken
und du hast eine Blume gesät
doch es entspross nur Schmerz

5 Ma dì ciò ch’è tù voli

Ma di ciò chè tù voli
Hè bella a nostra terra
Da e so cime à i moli
Da e so cime à i moli
In centu riturnelli
Ci cantanu l’acelli
Hè finita la guerra
Hè finita la guerra.

Ma di ciò chè tù voli
Chì si stà bè in paese
Quand’ellu ùn s’hè più soli
Quand’ellu ùn s’hè più soli
è ch’omu s’addunisce
In amicizie lisce
À bandere palese
À bandere palese.

Ma di ciò chè tù voli
Li farà pro’ l’avvene
À i lochi muntagnoli
À i lochi muntagnoli
Si quellu chì ci spera
Face girà la sfiera
Di e so inghjuste pene
Di e so inghjuste pene.

Ma di ciò chè tù voli
Chì d’oddiu ùn si capace
Un ghjornu ti cunsoli
Un ghjornu ti cunsoli
è ti vene à u core
Un surrisu d’amore
Dolce quanti a pace,
Dolce quanti a pace.

5 Du kannst sagen, was du wilst

Du kannst sagen, was du willst
unser Land ist doch schön
von seinen Gipfeln bis zu den Küsten
von seinen Gipfeln bis zu den Küsten
die Vögel singen
ihre zahlreichen Lieder
der Krieg ist vorüber
der Krieg ist vorüber

Du kannst sagen, was du willst
es lebt sich gut im Dorf
wenn du nicht mehr allein bist
wenn du nicht mehr allein bist
und wenn wir uns vereinen
in wahrer Freundschaft
und ohne Maske
und ohne Maske

Du kannst sagen, was du willst
die Zukunft wird
den Bergdörfern gut tun
den Bergdörfern gut tun
wenn jeder, der noch hoffen kann
seine ungerechte Leidenszeit
hinter sich lassen kann
hinter sich lassen kann

Du kannst sagen, was du willst
du bist nicht voller Hass
eines Tages wirst du Trost finden
eines Tages wirst du Trost finden
und ein liebevolles Lächeln
fließt in dein Herz
so süß wie der Frieden
so süß wie der Frieden

6 Cun tè

Un parlaraghju micca per tè
Donna di la piazza di Maghju
Anna, Maria o Lucia
temi ch’ùn sia compiu u viaghju
Di tante vite à l’angunia
Un parlaraghju micca per tè…

Un parlaraghju micca per tè
Amica di la Piazza Rossa
Quand’è la notte senza stelle
Copre di foscu la to mossa
Chjama di speranze ribelle
Un parlaraghju micca per tè…

Un parlaraghju micca per tè
O ombra di biancu vilata
D’un paese ch’ùn si ramenta
l’amore ch’è tù l’hai datu
Si sente sempre la to pienta
Un parlaraghju micca per tè…

Un parlaraghju micca per tè
Chi m’hai pigliu per la manu
Per sunnia à un avvene
Duve li surrisi saranu
Sti fiori ch’ùn sò ancu à vene
Un parlaraghju micca per tè…
Ma parlaraghju cun tè.

6 Met jou

Ich werde nicht für dich sprechen
Frau vom „Piazza di Maghju“ (Platz des Mai)
Anna, Maria oder Lucia
Du fürchtest, deine Reise ist noch nicht zu Ende
Mit all der Angst, die du erlebt hast
Ich werde nicht für dich sprechen…

Ich werde nicht für dich sprechen
Freundin vom Roten Platz
Wenn die sternenlose Nacht
Deine Bewegungen in Nebel hüllt
Mit dem Ruf nach  rebellischer Hoffnung
Ich werde nicht für dich sprechen…

Ich werde nicht für dich sprechen
Du weiß verschleierter Schatten
Eines Landes, das sich nicht erinnert
An die Liebe, die du ihm geschenkt hast
Dein Weinen ist noch immer zu hören
Ich werde nicht für dich sprechen…

Ich werde nicht für dich sprechen
Die du mich an die Hand genommen hast
Um von einer Zukunft zu träumen
Wo Lächeln sein wird
Diese Blumen, die erst noch wachsen müssen
Ich werde nicht für dich sprechen…
Aber ich werde mit dir sprechen.

7 Mare eternu

E to bocche sicrete chì ingullinu i venti
E gruppate figliole di i scunnisciuti pienti
Anu putere à dì l’oghje è l’antichità
Tralasciate ch’elle funu da l’umanità.

Ma quandu a luna ti accarrezza
Ti porta i so ragi fiuriti
Di fole è storie favulose
Cun nave è vascelli da a notte invintati.

Tandu ti cali in core di a vechja surgente
Di lu misteru chi nun conta più cunfine
T’empii di canti chì s’affundonu feriti
Sott’à le to rivolte chi fermanu senza fine.

7 Ewiges Meer

Deine geheimen Mündungen, die die Winde verschlucken
Die Regenfluten, Töchter unbekannter Tränenflüsse,
Erzählen machtvoll vom Jetzt und vom Gestern
So wie sie von der Menschheit hinterlassen wurden.

Aber wenn der Mond dich liebkost
Schenkt er dir seine Blütenstrahlen
Aus Märchen und wunderbaren Geschichten
Mit Booten und Schiffen, die die Nacht ersann.

Dann tauchst du hinab ins Herz der alten Quelle
Ins Geheimnis, das keine Grenzen mehr kennt
Du füllst dich mit Gesängen, die verwundet niedersanken
Unter deinem Aufruhr, der nie endet.

8 Lisboa noite triste

Chegam ventos, mares, águas de Maio
Projecta-se o sol sem regras d’ouro

Ai Lisboa a noite triste
ilumina o teu ar moiro
Régio Paço, o Tejo assiste
Lua cheia, mau agoiro

Vintere, nuli e nebbie torna
Vicinu à u timone aspitta in darnu

Ai Lisboa a noite triste
Da retta à a mio ghitara
A storia hei n cio chi resiste
Quandu sbirba a vita amara

Chegam ventos, nuvens, nevoeiros
De esperas inúteis junto a barra

Ai Lisboa a noite triste
Solta os trinos da guitarra
História é tudo o que resiste
Quando o tempo solta a amarra

8 Lissabon traurige Nacht

Wind, Flut und Überschwemmung brechen herein
Die Sonne scheint ohne das Gold ihrer Strahlen

Oh Lissabon die traurige Nacht
Beleuchtet deine maurische Gestalt,
Den Königspalast, der Tejo schaut zu
Bei Vollmond, ein schlechtes Omen

Windstöße, Wolken und Nebel kehren zurück
Der am Steuerrad wartet vergeblich

Oh Lissabon, die traurige Nacht
schenkt meiner Gitarre Gehör
Zur Geschichte wird das, was sich widersetzt
Wenn sich das bittere Leben verflüchtigt

Wind, Wolken und Nebel kommen auf
Vergebliches Warten am Steuerrad

Oh Lissabon die traurige Nacht
Entlockt der Gitarre ein Trillern
Zur Geschichte wird das, was Widerstand leistet
Wenn die Zeit ihre Bitterkeit loslässt