Si di mè

Was bedeutet Sì di mè ?
JC Acquaviva: “Die Übersetzung, die mir am zutreffendsten erscheint ist: “Du gehörst zu den Meinen, zu meiner Familie”. Es drückt aus, was die Korsen unter Gastfreundschaft verstehen – eine Sicht der Beziehung zum anderen im Sinne von Nähe, Solidarität, Teilnahme. Es ist keine Frage besonderer Chromosomen, sondern die Tatsache, dass wir auf Korsika eine kleine Gemeinschaft bilden. Jeder kennt jeden. Es macht unsere Stärke und unsere Schwäche aus. Wir sind alle irgendwie miteinander verwandt, und das kann belastend sein. Si di mè richtet sich sowohl an diejenigen, die auf der CD mit uns singen als auch an die, die das Album hören, denn das Gefühl, Brüder zu sein, verlässt uns niemals.”
Auszug des Interviews von Pierre René Worms für RFI

Si di mè1- Ne’n tarra ne’n celu
text: Jean-Claude Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

2- Santa R’ghjina
text: Jean-Yves Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

3- Reame meiu
text: Jean-Claude Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulaisv

4- Affrescu
text: Marcellu Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Akhenaton – Bruno Coulais

5- Tra Noi (übersetzt)
text: Marcellu Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

6- Dormi
tekst: Jean-Claude Acquaviva
muziek: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

7- Tbilissi (gastsänger: Guram Tamazashvili)
text: Jean-Claude Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais


8- Si
text: Jean-Claude Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

9- Tempu
text: Ghjuvan Ghjaseppiu Franchi
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

10- L’attesa
text: Marcellu Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

11- A’laltru mondu (gastsänger: Antoine Ciosi)
text: Francois Vincenti musik: Dominique Vincenti – arrangement: Bruno Coulais

12- Memorie
text: Anton’Francescu Filippini
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

13- Visioni care
text: Anton’Francescu Filippini
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais

14- A’di’ti di tù (gastsänger: Marie-jo Allegrini)
text: Jean-Claude Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais


15- L’Aria (gastsänger: Marie Kobayashi)
(teil aus der oper “Il Gioco di Robin e Marion”)
text: Orlando Forioso
musik: Bruno Coulais

16- Chjarura
text: Marcellu Acquaviva
musik: Jean-Claude Acquaviva – Bruno Coulais


5 Tra Noi

Issa lingua di i mei grazia à voi fù quella
Chì incantava le sere di a mio zitellina
Issa lingua di i mei grazia à voi fù bella
Quant’un’alba di maghju, un sfogu d’albaspina

Trà noi ci fù lu mare è u tempu chì u face
Trà noi li bisesti di e guerre orrende
Ma ci fù da fà ponte a musa ch’ù si tace
E parolle di focu, e splendite lucende

Pienghje u murianincu u so figliolu persu
Pienghje a Corsica sana quellu chì si n’andò
In paese di Dante à mantene u versu
Di quelli di una volta, quelli antichi maiò.

Qqualsiasi lu locu, u fiume, u paese
Ch’è vo travirsarete in sonniu dopu vita
E brame di u meiu à e vostre sò appese
Da fà compia sta notte chì dura senza lita.

5 Zwischen Uns

Diese Sprache der Meinen war die, die dank euch,
Die Abende meiner Kindheit verzauberte
Diese Sprache der Meinen schien mir schöner, dank euch
Als ein Morgenrot im Mai und ein Dornenhain in Blüte

Zwischen uns lag das Meer und die Zeit, die es aufrührt
Unter uns herrschte Streitsucht, gnadenlos und böse
Doch vermittelnd gab es auch die treue Muse
Mit Worten wie Fackeln, wie strahlende Lichter

Moriani beweint nun einen Sohn, der verloren
Ganz Korsika weint, dass er fort gezogen
In die Heimat von Dante, um dort zu  erhalten
Die verstummten Verse der Seinen, unserer Alten

An welchem Ort, welchem Ufer, welchem Punkt auch immer
Ihr diesen Traum des Danach durchwandert
Meine Sehnsucht geht mit der euren zusammen
Damit wir diese endlose Nacht ohne Streit überstehen